Energiewende – ein gesamtgesellschaftliches Projekt

Der Deutsche Bundestag hat im Jahr 2011 den beschleunigten, endgültigen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung bis zum 31. Dezember 2022 beschlossen. Zentraler Baustein für die Energieversorgung der Zukunft werden die erneuerbaren Energien sein, deren Ausbau zügig, wirtschaftlich und effizient gestaltet werden muss.

Strom und Wärme sollen auch künftig ausreichend und bedarfsorientiert, zu jeder Tages- und Nachtzeit, zur Verfügung stehen und dabei bezahlbar bleiben. Eine wettbewerbsfähige Energieversorgung ist ein Eckpfeiler für eine starke Wirtschaft und für unseren Lebensstandard. Sonne, Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie und vor allem Wind stehen uns als Energielieferanten in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Es geht nun darum, diese Energieformen auch zu nutzen.

Umsetzung in Hessen

Der geplante Windpark Grävenwiesbach-Siegfriedeiche passt in die Strategie der hessischen Landesregierung für die Energiewende im Land. Das im Dezember 2012 verabschiedete Hessische Energiezukunftsgesetz sieht vor, dass zum Jahr 2050 die gesamte Energieversorgung Hessens auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Dafür sollen unter anderem in den Regionalplänen Windvorranggebiete mit Ausschlusswirkung in einer Größenordnung von zwei Prozent der Landesfläche ausgewiesen werden. Dementsprechend wurde im Sommer 2013 der Landesentwicklungsplan Hessen 2000 geändert, und es wurden Vorgaben zur Nutzung der Windenergie beschlossen. Dort werden eine Mindestwindgeschwindigkeit sowie Abstandsregelungen festgelegt. Waldgebiete sind ausdrücklich in die Suche nach geeigneten Flächen einbezogen.

Zur Umsetzung der politischen Vorgaben hat das Regierungspräsidium Darmstadt im Jahr 2013 einen Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien als Ergänzung zum Regionalplan Südhessen erarbeitet, den die Regionalversammlung Südhessen im Dezember 2013 gebilligt hat. In diesem Plan ist die Fläche des geplanten Windparks Siegfriedeiche teilweise als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen. Zurzeit werden die im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens eingegangenen Stellungnahmen bearbeitet. Bis der Regionalplan rechtskräftig wird, gilt die Privilegierung des Windenergievorhabens im Außenbereich.

Wie kommt die Fläche für den Windpark zustande?

Zuerst einmal muss natürlich gewährleistet sein, dass sich ein Windpark an dieser Stelle überhaupt rentiert. Das bedeutet, dass der Wind auch stark genug weht, um so viel Strom zu erzeugen, dass die Betreiber damit Geld verdienen können (man spricht hier von der Windhöffigkeit eines Gebietes). Ertragsgutachten für den Windpark Siegfriedeiche haben ergeben, dass der Wind in Nabenhöhe mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mindestens 6,4 Metern pro Sekunde weht. Damit ist klar, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen gewährleistet ist.

Für die ganz spezielle Form der Fläche sind die für Windenergieanlagen geltenden Abstandsregeln verantwortlich. Diese Abstände ergeben sich aus den Vorgaben der Regionalplanung Südhessen und stellen sicher, dass die Schutzansprüche von Mensch, Natur, Kultur- und Sachgütern gewährleistet werden.

Für die Abgrenzung des Windparks am Siegfriedeiche sind folgende Abstandskriterien maßgeblich:

  • 1.000 Meter Abstand zu geschlossenen Ortschaften
  • 600 Meter zu einzeln stehenden Häusern*
  • 150 Meter zu Straßen
  • 200 Meter zu FFH-Gebieten

Wir gehen davon aus, dass die so entstandene Fläche in den derzeit in Entwicklung befindlichen Regionalplan Südhessen aufgenommen wird.

* Das nächst gelegene Einzelhaus im Außenbereich befindet sich 900 m entfernt zum Windpark.

Potenzialanalyse für das Windenergieprojekt Siegfriedeiche
Potenzialanalyse für das Windenergieprojekt Siegfriedeiche